Werdegang
Die frühen Jahre
Mein Studium (bis 1987) und meine Promotion (1992) als (Experimental-) Physiker habe ich an der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig absolviert. Sowohl mein Diplom als auch meine Promotion habe ich mit „sehr gut“ abgeschlossen. Schon damals hat sich allerdings ein deutlicher Hang zu dem, was heute „IT“ genannt wird, gezeigt: ich habe aktiv am Aufbau des ersten TCP/IP-Netzes an der TU Brauschweig mit gearbeitet und schon im damaligen BITNET Mails mit US-amerikanischen Universitäten und auch den damaligen Mailbox-Netzen ausgetauscht, bevor der E-mail-Dienst dafür überhaupt offiziell freigegeben war. Den Aufbau des Internets (das WWW gab es noch lange nicht, Informationen wurde über Mailboxen und das UseNet ausgetauscht) habe ich daher hautnah mit erlebt. In den Jahren 1987 bis etwa 1992 habe ich auch selbstentwickelte Software zur Messdatenauswertung vertrieben. Die „IT-Landschaft“ war damals vielleicht interessanter, jedenfalls aber abwechslungsreicher als heute: Windows gab es noch nicht bzw. Version 1.0 wollte niemand wirklich haben. Es gab noch Amiga, Atari und C64/C128 Computer, PCs kamen gerade erst auf. Das Textsatzprogramm, mit dem ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, lief auf einem CBM-8296 (Nachfolger des ersten „Personal Computers“ PET- 2001) und brauchte inkl. Druckertreiber ganze 16 kByte EPROM. Und ein 8088-Intel-PC unter DOS war auch nicht wirklich besser zu bedienen als ein Atari oder Amiga-System. Später kam dann noch IBMs OS/2 hinzu, bevor Windows zum Zuge kam. Auf der anderen Seite standen die Großrechner und auch die Unix-Workstations. Von allen Bereichen habe ich den DOS/Windows-PC erst als letztes kennen (und nicht unbedingt schätzen) gelernt. Da ich aber immer gerne und intensiv meinen Horizont erweitere, habe ich mich auch mit Geophysik, Abfall- und Wasserwirtschaft und Strahlenschutz befasst. Außerdem bin ich seit 1978 lizensierter Funkamateur (Rufzeichen DF5OP).
Australien
Nach der Promotion konnte ich ein Alexander-von-Humboldt-Stipendium erringen: ich ging für ein Jahr als Research Fellow und Lecturer an die Australian Defence Force Academy, School of Physics (University of New South Wales) in Canberra. Neben der Forschung und Lehre habe ich dort weiter Auswerteprogramme geschrieben, jetzt jedoch auf Unix (Solaris) Rechnern. Hierbei ging es auch darum, die Teilprogramme aus vielen Jahren und von etwa einem Dutzend Entwicklern zusammen zu führen – unter FORTRAN77 und ohne jegliche Style Guides kein triviales Unterfangen.
Neutronen in Berlin
Anschließend habe ich ein Großgerät am Hahn-Meitner-Institut (HMI) in Berlin betreut, das „Experiment E3“, ein 400-Kanal-Neutronendetektor (Gewicht etwa eine Tonne) mit dazugehörigen Elektronik und Software. Hier war meine Aufgabe unter anderem, die Elektronik und Software von den zuständigen Fachabteilungen weiter entwickeln zu lassen. Es mussten also Erfordernisse erfasst und in Vorgaben umformuliert werden. Da die Entwicklungsabteilung natürlich auch für die 20 – 30 anderen „Experimente“ zuständig war, spielte dort die Koordinierung und der Interessenausgleich zwischen konkurrierenden Gruppen eine wesentliche Rolle. Außerdem habe ich während der Zeit am HMI in den Jahren 1994/1995 meine ersten Webseiten erstellt – natürlich mit einem Texteditor (Emacs), denn grafische Werkzeuge gab es dafür noch nicht. In diese Zeit fällt auch mein Einstieg ins Thema Linux – ab Kernel 0.99 war ich dabei. Distributionen im heutigen Sinne kamen erst später.
Logistische Herausforderungen
Aus dem Nach-Wende-Berlin wechselte ich dann im Jahr 1996 ins schöne und hanseatische Bremen. Am Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (Abteilung Telematik) habe ich meine zwei Schwerpunkte Projektmanagement und IT-Beratung weiter entwickelt. Ich habe zum einen Teilprojekte großer EU-Projekte geleitet, also immer multinational gearbeitet. Es ist schon interessant, die verschiedenen Mentalitäten Europas in der täglichen Arbeit zu erleben. Zum anderen habe ich strategische IT-Beratung für Logistik, Hafenwirtschaft und Seeverkehr durchgeführt. Insbesondere habe ich mich um EAI (Enterprise Application Integration) im ursprünglichen Sinne gekümmert – also den automatisierten Informationsaustausch zwischen verschiedenen Firmen organisiert, moderiert und technisch umgesetzt. Außerdem habe ich an der Erstellung von Branchen-ERP-Software für Container-Trucker, Reedereien und Schiffsmakler entscheidend mitgewirkt. Dabei habe ich mich besonders um die Erfassung und Strukturierung der Geschäftsprozesse und deren Abbildung in Software beschäftigt. Zunehmend habe ich mich auch WWW-basierten Anwendungen zugewandt – natürlich Datenbank-basiert. „Nebenbei“ kamen aber auch die „harten“ Sysadmin-Aufgaben nicht zu kurz: ich war Webmaster, Postmaster und Firewall-Admin. Als Kontrast war ich auch zu einem wesentlichen Teil mit Presales- und Marketingaufgaben befasst.
Linux und Open Source im Fokus
In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich meinen Fokus auf Open Source Anwendungen, meist unter Linux, gelegt. Als Leiter Softwarelösungen und Principal Consultant für Linux und Open Source bei der probusiness AG habe ich neben einem sehr hohen Presales-Anteil und der Abteilungsleitung Softwareprojekte konzipiert und geleitet, meist aus dem Bereich Groupware und Mailsysteme. Meine langjährigen Erfahrungen als Projektmanager für Softwareentwicklung und IT-Dienstleistungen sind eingeflossen in die Konzeption und die Umsetzung eines grundlegenden Umbaus des Projektmanagement-Moduls der phpGroupWare. Seit dieser Zeit bin ich Release Coordinator des Community-Projekts phpGroupWare. Mit der Zeit nahm der Anteil strategischer Beratung in Form von Migrationskonzepten, Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien immer mehr zu. Dies wurde gekrönt durch die Erstellung eines Moduls („E-Government ohne Aktive Inhalte“) des E-Government-Handbuchs des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Durch meine Aktivitäten konnte ich ein sehr großes Kontaktnetz im Bereich Linux und Open Source knüpfen. Dadurch kann ich fast immer einen direkten Kontakt zu einem Hersteller oder Anbieter aus diesem Bereich herstellen – auftretende Schwierigkeiten oder neue Anforderungen werden also gleich an der Wurzel gepackt.
Journalismus: die andere Form der Beratung
Seit langen Jahren arbeite ich immer wieder als freier Autor für die Zeitschrift iX. Der Schwerpunkt hierfür liegt derzeit auf Groupware-Systemen. Hier kann ich meine Kenntnisse verwerten. Dies kommt den lesern zu Gute – festigt aber natürlich auch meine Einbindung in die IT-Welt und schafft wertvolle Kontakte. Und das nutzt wiederum meinen Kunden.
